Österreich · Hausmannskost
Käsespätzle — Hausgemacht und unwiderstehlich
Handgezogene Spätzle, goldbraun angebraten und mit kräftigem Bergkäse überbacken — mit karamellisierten Zwiebeln on top.
Von Maria Hofer
12. Februar 2025
Zubereitungszeit: 35 Min.
Für 4 Personen
Käsespätzle sind weit mehr als ein einfaches Alltagsgericht — sie sind ein Symbol der Gemeinschaft und der alpinen Küchenkultur. Ob in Vorarlberg, Tirol oder der Schweiz: In jeder Region gibt es eine eigene Variante, und überall gilt das Gericht als Inbegriff von Hausmannskost auf allerhöchstem Niveau.
Das Geheimnis guter Käsespätzle liegt zuerst im Teig. Handgezogene Spätzle — auf einem Brett mit einem Messer direkt ins kochende Wasser gestrichen — haben eine unregelmäßige Oberfläche, die Soßen und Käse besonders gut aufnimmt. Viele Köche schwören darauf, für den Teig Mineralwasser statt Leitungswasser zu verwenden, damit die Spätzle leichter werden.
„Käsespätzle muss man gefühlt kochen — der Teig ist genau richtig, wenn er vom Löffel zieht und reißt."
Der richtige Käse macht den Unterschied
Für echte Käsespätzle nach Vorarlberger Tradition verwendet man Sura Kees (Vorarlberger Sauerkäse) oder Bergkäse. In Tirol ist es meist ein kräftiger Alpkäse. Wichtig ist, dass der Käse gut reift und einen intensiven, buttrigen Geschmack hat. Junger, milder Schnittkäse wird schnell zur uninteressanten Masse — er zieht nicht richtig und schmeckt fade.
Zubereitung
- Teig zubereiten: Mehl in eine große Schüssel geben. Eier, Mineralwasser und Salz hinzufügen. Mit einem Holzlöffel kräftig rühren, bis ein glatter, zähflüssiger Teig entsteht. Der Teig sollte vom Löffel langsam fließen und dabei "Fäden ziehen". 10 Minuten ruhen lassen.
- Wasser zum Kochen bringen: Einen großen Topf mit gesalzenem Wasser erhitzen. Das Wasser sollte reichlich gesalzen sein — wie Nudelwasser.
- Spätzle ins Wasser streichen: Ein Spätzlebrett (oder einen Schaber) in das Wasser tauchen. Einen Esslöffel Teig auf das Brett geben und mit einem feuchten Messer dünne Streifen direkt ins kochende Wasser streichen. Alternativ: durch ein Spätzlesieb drücken.
- Garen: Die Spätzle kochen, bis sie an die Oberfläche steigen (ca. 2–3 Minuten). Mit einer Schaumkelle herausheben und abtropfen lassen.
- Zwiebeln karamellisieren: In einer großen Pfanne Butter erhitzen. Zwiebeln in dünne Ringe schneiden und bei mittlerer Hitze langsam goldbraun braten (ca. 15 Minuten). Beiseite stellen.
- Schichten: In einer ofenfesten Form abwechselnd Spätzle und geriebenen Käse schichten. Mit Käse abschließen. Im vorgeheizten Ofen bei 200 °C (Umluft 180 °C) ca. 10 Minuten überbacken, bis der Käse goldbraun und knusprig ist.
- Servieren: Mit den karamellisierten Zwiebeln und frisch geschnittenem Schnittlauch garnieren. Sofort servieren.
Tipps für perfekte Käsespätzle
- Teigkonsistenz: Der Teig darf nicht zu flüssig sein, sonst werden die Spätzle zu dünn und fein. Er sollte zähflüssig sein — ähnlich wie ein dicker Pfannkuchenteig.
- Käsemischung: Eine Mischung aus 60 % Bergkäse und 40 % mildem Emmentaler ergibt eine besonders cremige Schmelzschicht.
- Zwiebeln nicht eilen: Karamellisierte Zwiebeln brauchen Zeit. Niemals die Hitze zu hoch drehen — nur bei mittlerer bis niedriger Hitze werden sie wirklich süß und goldbraun.
Guten Appetit — und trauen Sie sich beim nächsten Mal, den Teig von Hand zu ziehen. Es lohnt sich!